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	<title>Ralf Koss</title>
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	<description>&#124; Kultur &#124; Journalismus &#124; Geschichten &#124; Literatur &#124; Film &#124; Gesellschaft &#124;</description>
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		<title>Ralf Koss</title>
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		<title>RuhrTriennale &#8211; Tine Kindermann &amp; Iggy Pop</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 14:28:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Century of Song]]></category>
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		<category><![CDATA[Marc Ribot]]></category>
		<category><![CDATA[RuhrTriennale]]></category>
		<category><![CDATA[Tine Kindermann]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Century of Song&#8220; heißt die Konzertreihe, in der während der RuhrTriennale der Song in allen Spielarten im Mittelpunkt steht. Der Song kann das Volkslied sein, er kann Weltmusik sein oder Rock, der seiner Zeit weit voraus war. Manchmal kann die Musik des Songs sogar tanzbar sein. Normalerweise ist das Publikum der RuhrTriennale das aber nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=954&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>&#8222;Century of Song&#8220; heißt die Konzertreihe, in der während der RuhrTriennale der Song in allen Spielarten im Mittelpunkt steht. Der Song kann das Volkslied sein, er kann Weltmusik sein oder Rock, der seiner Zeit weit voraus war. Manchmal kann die Musik des Songs sogar tanzbar sein. Normalerweise ist das Publikum der RuhrTriennale das aber nicht gewöhnt. Im Sitzen wird zugehört und allenfalls etwas mitgewippt. Jedes Kulturereignis etabliert eben seine eigenen Regeln, die bei der RuhrTriennale mit den Ausnahmen von vereinzelt tanzenden Zuschauern nur bestätigt werden.</p>
<p>Nun war Iggy Pop zur Konzertreihe &#8222;Century of Song&#8220; in den Duisburg Landschaftspark Nord eingeladen, und die Regeln wurden andere. Fans hatten sich die Karten gesichert. Sie füllten bald tanzend den Raum zwischen Sitzplätzen und Bühne, und zum Abschluss des Konzerts lud Iggy Pop sie zu sich nach oben auf die Bühne ein. Ein extatisch wogender Chor sang da den Refrain von &#8222;I wanna be your dog&#8220; mit und tat es hin und wieder dem Vorsänger Iggy Pop gleich, der diesen Refrain auch auf deutsch singt. &#8222;Ich will dein Hund sein &#8230;!&#8220; Es war ein großartiges Konzert von Iggy Pop. Es war ein Abend mit einem großen Künstler.</p>
<p>Man muss es den Duisburgern ja manchmal laut sagen, welche besonderen Ereignisse in ihrer Stadt geschehen. An diesem Samstagabend geschah im Landschaftspark Nord etwas, dessen Strahlkraft alleine durch den Auftritt von Tine Kindermann ein wenig getrübt wurde. Davon wird später noch die Rede sein, denn zunächst soll es darum gehen, wie ein Mensch, 62 Jahre alt, den Mut besitzt, sich mit seinem ganzen Sein auf die Bühne zu stellen und es wagt, jene mit der Musik verbundenen Bilder einer anderen Zeit in die Gegenwart mitzunehmen.</p>
<p>Den Abend hatte der Kurator der Reihe und Kopf der exzellenten Begleitband, der Gitarrist Marc Ribot, unter das Motto  &#8222;Love and Death&#8220; gestellt. Da zelebrierte Iggy Pop also ausdrucksstark die Trauer mit französischen Chansons-Klassikern. Im stampfenden Rhythmus von Songs  aus Stooges-Zeiten und seinen Solo-Tagen waren Zorn und Lebenslust gleichermaßen zu spüren. Da kippte der Ausdruck dieser ursprünglichen Gefühle von Trauer, Zorn und Gewalt aber  immer wieder auch um. Traumhaft sicher bewegte sich Iggy Pop auf diesem schmalen Grat von Humor und Ironie, der die Tiefe des Gefühlsausdrucks in den Songs nie in Frage stellt. Er meinte es weiterhin ernst mit all diesen überwältigenden Gefühlen und wollte sie auf der Bühne ausleben, aber Zeit ist schließlich vergangen und ein wahrer Künstler entwickelt sich weiter.</p>
<p>Dieses &#8222;Love and Death&#8220; wird auf der Bühne auch deshalb spürbar, weil so ein Konzert von Iggy Pop immer auch einen sehr körperlichen Ausdruck findet. Sowohl sein nackter Oberkörper als auch die wegen eines Hüftleidens verdrehten Bewegungen lassen ihn verletzlich erscheinen. Als Gegenpol dazu wirken die Energie seiner Bewegungen und die Härte von mancher alter Rocker-Geste. Iggy Pop liefert keine Show ab, sondern zeigt sich ganz und gar. Deshalb werden diese Rockergesten nicht zum Versatzstück billiger nostalgischer Erinnerung sondern verwandeln sich in lebendige Kunst. Was Iggy Pop auf der Bühne zeigt, heißt in der Bildenden Kunst Performance oder Aktionskunst und wird dort mit den Weihezeichen der Hochkultur versehen. Andererseits, wenn Iggy Pop im Rahmen der RuhrTriennale auftritt, ist er, was die Hochkultur angeht, auch schon ganz weit vorgedrungen. So anders ist ein Konzert von Iggy Pop als jene Unterhaltungsshows von Reunion-Acts für in die Jahre gekommene Fans, die in den 70er oder 80er Jahren einmal jung waren. Weil es so anders ist, sieht man an diesem Abend neben all den Fans früherer Tage auch junge Gesichter; Zuschauer, die noch nicht auf der Welt waren, als Iggy Pop schon längst solo  auftrat und die Geschichte der Stooges zum ersten Mal endete.</p>
<p>Zum Konzept der Reihe &#8222;Century of Song&#8220; gehört es seit einigen Spielzeiten auch, unterschiedliche Künstler für den Abend zusammen zu bringen. Das missriet an diesem Abend ganz und gar. Nicht weil die von Tine Kindermann interpretierten deutschen Volkslieder im Kontrast zur Musik von Iggy Pop zu ungewohnt wirkten, sondern weil Tine Kindermann an das künstlerische Niveau von Iggy Pop mit Abstand nicht heran reichte.</p>
<p>Es mag ja sein, dass die in New York lebende Deutsche dort mit dem Exotenbonus des deutschen Volkslieds ihre Erfolge hat. In ihrem Heimatland  fällt dieser Exotenstatus fort. Da geht es alleine um den Moment des Auftritts und die künstlerische Qualität der Darbietung. Tine Kindermann hat eine durchschnittliche, wenig variationsreiche Stimme. Dennoch könnte so eine Stimme reichen, wenn Ausdruckskraft und Präsenz die Volkslieder mit Leben füllten. Wenn jemand aber mit der immer gleichen inneren Haltung vom Tod wie von der Liebe singt, können diese Lieder nicht berühren. Es scheint, als wäre der Sängerin der emotionale Zugang bei ihrer intellektuellen Beschäftigung mit den deutschen Wurzeln verschlossen geblieben. Bezeichnender Weise machte da ein jiddisches Lied eine Ausnahme.  Kannte Tine Kindermann die Komponistin dieses Liedes doch persönlich.</p>
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		<title>Was Köln zum idealen Ort für Frauenfußballwettbewerbe macht</title>
		<link>http://stadionbus.wordpress.com/2009/06/18/was-koln-zum-idealen-ort-fur-frauenfusballwettbewerbe-macht/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 06:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Kölsche Mentalität]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum das Pokalendspiel im Frauenfußball demnächst in Köln stattfindet, braucht man nicht zu wissen. Warum Köln aber der einzige mögliche Ort in Deutschland für eine solche Veranstaltung ist, kann man hier lesen. Das hat natürlich nur mit der kölschen Mentalität zu tun.
       <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=946&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Warum das Pokalendspiel im Frauenfußball demnächst in Köln stattfindet, braucht man nicht zu wissen. Warum Köln aber der einzige mögliche Ort in Deutschland für eine solche Veranstaltung ist, kann man <a href="http://zebrastreifenblog.wordpress.com/2009/06/17/der-einzig-mogliche-endspielort-gerade-wegen-letztlich-sieben-toren/">hier </a>lesen. Das hat natürlich nur mit der kölschen Mentalität zu tun.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/stadionbus.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/stadionbus.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/stadionbus.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/stadionbus.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/stadionbus.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/stadionbus.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/stadionbus.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/stadionbus.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/stadionbus.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/stadionbus.wordpress.com/946/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=946&subd=stadionbus&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Wenigstens eine RuhrTriennale-Pressemitteilung</title>
		<link>http://stadionbus.wordpress.com/2009/06/09/wenigstens-eine-ruhrtriennale-pressemitteilung/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 13:22:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Schlingensief]]></category>
		<category><![CDATA[RuhrTriennale]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich zurzeit schon nicht hier zum Schreiben komme, soll wenigstens diese Pressemitteilung aus dem RuhrTriennale-Haus hier stehen. Weniger um ein Werk der RuhrTriennale zu rühmen als einmal mehr zu unterstreichen, was richtig ist:  &#8222;Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir&#8220; ist ein großes Kunstwerk.
Ruhrtriennale: Standing Ovations für Christoph Schlingensiefs Eine Kirche der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=940&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wenn ich zurzeit schon nicht hier zum Schreiben komme, soll wenigstens diese Pressemitteilung aus dem RuhrTriennale-Haus hier stehen. Weniger um <a href="http://stadionbus.wordpress.com/2008/10/04/ruhrtriennale-eine-kirche-der-angst-vor-dem-fremden-in-mir/">ein Werk der RuhrTriennale</a> zu rühmen als einmal mehr zu unterstreichen, was richtig ist:  &#8222;Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir&#8220; ist ein großes Kunstwerk.</p>
<blockquote><p><strong>Ruhrtriennale: Standing Ovations für Christoph Schlingensiefs <em>Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir</em> beim Holland Festival! </strong></p>
<p>Mit der gestrigen Dernière von<em> Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir </em>endete das überaus erfolgreiche Gastspiel der Ruhrtriennale beim Holland Festival in Amsterdam! Die 5 ausverkauften Vorstellungen wurden<strong> </strong>mit stürmischem Applaus und Standing Ovations vom niederländischen Publikum gefeiert.</p>
<p>Auch die Presse resümierte: <em>Eine Kirche der Angst ist ohne Zweifel ein gewaltiges, eindrucksvolles, authentisches „Total-Theater“.</em> (Volkskrant)</p>
<p>Gezeigt wurde die Produktion der Ruhrtriennale 2008 in Amsterdam in der 1885 erbauten <em>Westergasfabriek Zuiveringshal, </em>einer<em> </em>Industriehalle, die nicht nur wie geschaffen für das szenische Konzept von Christoph Schlingensief und seinem Team ist, sondern auch die außergewöhnliche Atmosphäre der Duisburger Uraufführung heraufbeschwor.</p>
<p>Mit dem Gastspiel beim renommierten Holland Festival konnte die Ruhrtriennale als „Botschafterin“ erneut das kreative Potential der Region über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus repräsentieren.</p>
<p>Das Holland Festival 2009 findet noch bis zum 28.Juni statt. Weiter Informationen unter:<em> </em>www.hollandfestival.nl</p></blockquote>
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		<title>Vom Ärger über Bernhard Schlinks &#8222;Der Vorleser&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 08:58:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA["Der Vorleser"]]></category>
		<category><![CDATA[Bernhard Schlink]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Der Vorleser&#8220; von Bernhard Schlink wurde nicht nur zu einem der wenigen weltweiten Erfolge zeitgenössischer deutscher Literatur, der Roman hat auch Einzug gehalten in die Lehrpläne von Schulen, und er besitzt sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Gelesen habe ich den Roman bislang nicht. Alles, was ich bis zum letzten Wochenende über den Roman wusste, hatte ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=913&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>&#8222;Der Vorleser&#8220; von Bernhard Schlink wurde nicht nur zu einem der wenigen weltweiten Erfolge zeitgenössischer deutscher Literatur, der Roman hat auch Einzug gehalten in die Lehrpläne von Schulen, und er besitzt sogar einen eigenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Vorleser">Wikipedia-Eintrag. </a>Gelesen habe ich den Roman bislang nicht. Alles, was ich bis zum letzten Wochenende über den Roman wusste, hatte ich dem Feuilleton entnommen, wo ja immer wieder auch ein paar sehr kritische Stimmen zu lesen waren.</p>
<p>Nun komme ich nicht umhin, den Roman möglichst bald selbst zu lesen, denn am letzten Wochenende hat mich &#8222;Der Vorleser&#8220; auf eine Weise ärgerlich gemacht, die ich noch nicht ganz durchschaue. Während ich zuhörte, wie eine Leserin des Buches den Inhalt mit Ausnahme des letzten Kapitels kurz umriss und zum besseren Verständnis des Stils drei Zitate vorlas, spürte ich, wie besonders durch die Zitate der Ärger in mir wuchs und für Momente gar zur Wut wurde. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir so etwas schon einmal passiert ist.</p>
<p>Was ich hörte, muss tief in mir etwas berührt haben. Etwas, was sehr empfindlich reagiert, gegenüber Haltungen und Lebenseinstellungen, die ich, zumal positiv gewertet, als unerträglich empfinde. Das Ziel meines Ärgers war auch sofort der Roman selbst und sein Autor. Es ging mir nicht um eine Auseinandersetzung mit der Leserin um den literarischen Wert des Romans. Die das Buch lobende Leserin verschwand völlig hinter dem Text. In diesem Fall kam mir überhaupt nicht der Gedanke, dass ich mit ihr über ihre Meinung hätte reden sollen. Das Ziel meiner Aufmerksamkeit war auf eine eigentümliche Weise der Roman selbst und seine Sprache. Ich hatte ein diffuses Gefühl von Täuschung in mir. Mit ein wenig Abstand meine ich zwei Quellen meines Ärgers zu erkennen. Es empörte mich zutiefst, wie der Ich-Erzähler, ein sich reif und analytisch gebender Mann, über seine Liebe als Fünfzehnjähriger schreibt. Es war der Stil, diese sachliche, distanzierte Sprache, die mir nahe legen wollte, hier zieht jemand Schlüsse aus einer sehr persönlichen Erfahrung. Doch hörte ich gleichzeitig von keinerlei Erkenntnisse, die der Ich-Erzähler aus seiner damaligen Liebe gewonnen hat und die seinem Alter angemessen gewesen wären. Das hätte ich als eine mögliche Weise Liebe zu erfahren noch hingenommen.  Man könnte so einen Ich-Erzähler für seine Entwicklungsunfähigkeit und sein starres Empfinden bedauern. Ich hätte den Schluss gezogen, dass mich so ein Roman nicht weiter interessiert. Doch nach dem letzten gehörten Zitat hatte ich den Eindruck, der Ich-Erzähler nutzt diese persönliche Geschichte und sein zutiefst privates sich schuldig Fühlen mit und an der damaligen Liebe, um einen allgemeinen Schluss zu ziehen. Er spricht sich das Recht zum Urteil gegenüber jener Frau ab, die er als Fünzehnjähriger liebte und die etwa zehn Jahre später als KZ-Aufseherin angeklagt ist. Gleichzeitig wendet er diesen sehr persönlichen Schluss durch den Stil seiner Sprache und das Ziel seiner Aufmerksamkeit spekulierend ins Allgemeine.</p>
<p>Wohl gemerkt, ich hörte die Lesart und habe durch diese Lesart auf den gesamten Roman geschlossen. Vielleicht ergibt sich mein Ärger ja aus der Verkürzung. Schließlich betonte die Leserin immer wieder die differenzierte Sicht des Ich-Erzählers. Für mich blieb aber zunächst nur dieses eine Verständnis. Der Ich-Erzähler nutzt sein privates Erleben einer Liebe dazu, den Menschen das Recht abzusprechen, schuldhaftes Verhalten auch so nennen zu dürfen. Mein Eindruck beruht auf dem Stil des Romans.  Es wirkt auf mich so, als ob der sich nachdenklich gebende Ich-Erzähler mit seiner sachlichen und distanzierten Sprache seiner persönlichen Einschätzung suggestive Kraft verleiht. Es scheint mir eben kein Zweifel erzählt zu werden, ob man urteilen darf oder nicht. Auf mich wirkte das, was ich gehört habe, als sicherer Beleg für die Unmöglichkeit zu urteilen. Und zwar legitimiert mit der Erfahrung während einer Liebesbeziehung. Aus einer Liebesbeziehung, in der das Machtgefälle ebenfalls offensichtlich ist. Demnächst mehr davon, wenn ich den Roman gelesen habe. &#8222;Der Vorleser&#8220; liegt auf dem Nachttisch bereit.</p>
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		<title>Vermittelt Google Wahrheit und Bildung?</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 09:39:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufwachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Gegenwart]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn der Mediengebrauch von Jugendlichen in die öffentliche Diskussion gerät, geht es immer nur um große Gefahren. Extreme und seltene Ereignisse wie der Amoklauf in Winnenden werden Anlass für Sorgen und oft als Symptome für eine den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdende Gesamtentwicklung gedeutet. Manchmal fällt dann auch das Schlagwort Medienerziehung. Dabei wird aber zumindest in der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=894&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wenn der Mediengebrauch von Jugendlichen in die öffentliche Diskussion gerät, geht es immer nur um große Gefahren. Extreme und seltene Ereignisse wie der Amoklauf in Winnenden werden Anlass für Sorgen und oft als Symptome für eine den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdende Gesamtentwicklung gedeutet. Manchmal fällt dann auch das Schlagwort Medienerziehung. Dabei wird aber zumindest in der öffentlich wirksam werdenden Diskussion nur an gewaltverherrlichende Computerspiele oder etwa an die potentielle Begegnung mit Kinderschändern in Internet-Chatrooms gedacht.</p>
<p>Der alltägliche und ungleich wichtigere Kleinkram erhält in dieser Diskussion keinen Raum, und so verlieren Eltern und all die professionellen Erzieher etwas aus dem Blick, was sich jeden Tag ereignet, wenn Kinder nach Informationen im Internet suchen. Mein Sohn etwa bekommt in seiner Schule Hausaufgaben auf mit dem Hinweis, wenn etwas noch unklar sei, könne er das im Internet finden. Was lernt also mein Sohn gleichsam nebenbei? Das Internet ist eine Art Bibliothek und Google das Schlagwortregister dazu. Dass dem nicht so ist, muss ich ihm immer wieder sagen. In seiner Schule mögen einzelne Lehrer vielleicht ein Bewusstsein dafür haben, dass Wahrheit und Information gerade im Internet nicht einfach gefunden werden kann, sondern vorher bewertet werden muss, die Schule als Institution hat dieses Bewusstsein noch nicht. Der Lehrer als Repräsentant der Institution verleiht dem Internet nämlich den Status eines Nachschlagewerks.</p>
<p>Es scheint mir daher viel wichtiger zu sein, sich um diesen Teil der Medienerziehung zu kümmern als um das, was Erwachsene als so offensichtliche Gefahren des Internets fürchten. Es müssen Bildungskonzepte zu einer zeitgemäßen Medienkritik her.  Wahrscheinlich gibt es sie sogar und es dauert eben bis sie in den Lehrplänen aufgenommen werden. Zurzeit hängt der Umgang mit dem Internet und der dort zu findenden Wahrheit eines Themas jedenfalls zu sehr an der Person des Lehrers.</p>
<p>Meine Maßstäbe zur Bewertung von Informationen entstammen einem Bildungsprozess ohne das Internet. Die Frage, welche andere Wahrheit eine institutionalisierte Aussage unausgesprochen enthält, war eine immer gestellte Frage von Lehrern, die den Geist der 68er-Ideologiekritik Mitte der 70er an die Schulen brachten. Das ergab manchmal natürlich Überdruss, aber dennoch blieb mir ein Bewusstsein für den vorsichtigen Umgang mit vorgefundenem Wissen.</p>
<p>So ein Bewusstsein scheint mir im Bildungsgang junger Menschen in heutiger Zeit verloren zu gehen. Dabei wirkt gerade beim schnellen Gebrauch des Internets als Wissensreservoir,  Wahrheit immer zersplittertert. Denn natürlich ist bei den von Google gelisteten Seiten nicht erkennbar, wo die Position des Seitenbetreibers im Geschehen in die übermittelte Information mit einfließt. Man weiß ja aus alten übersichtlichen Zeiten, wie die polititische Ausrichtung von Tageszeitungen die Inhalte beeinflusste. Im Internet hat sich diese mögliche Färbung einer Wahrheit weiter vervielfältigt. Auch in diesem Teil des Lebens, dem Sammeln von Information und Wissen, heißt es also noch mehr als früher, selbst entscheiden und selbst bewerten. Darum müsste sich eine Medienerziehung ebenso kümmern wie um die Warnungen vor jugendgefährdenden Inhalten. Ich habe allerdings den Eindruck, das wird zurzeit noch vergessen.</p>
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		<title>Linklisten mit Eigenleben</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 08:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute morgen ist es nun so weit, ich muss ein anderes Verhältnis zu den Texten dort draußen in der Blogwelt finden. Ich weiß noch nicht welches, aber meine Linksammlung hat längst ein Eigenleben angenommen. Längst schon bin ich nicht nur eigenständiger Leser von Texten sondern auch Erfüllungsgehilfe eines sich mit eigener Dynamik vervollständigenden Wissenskanon, dessen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=882&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Heute morgen ist es nun so weit, ich muss ein anderes Verhältnis zu den Texten dort draußen in der Blogwelt finden. Ich weiß noch nicht welches, aber meine Linksammlung hat längst ein Eigenleben angenommen. Längst schon bin ich nicht nur eigenständiger Leser von Texten sondern auch Erfüllungsgehilfe eines sich mit eigener Dynamik vervollständigenden Wissenskanon, dessen Umfang meine Möglichkeiten zur Aufnahme übersteigt. In diesem Wissenskanon verschränkt  sich mein eigenes Interesse mit dem der Menschen, die ihre Texte ins Netz stellen zu etwas Eigenem, etwas schillernd Verheißendem, dem ich eigentlich längst schon auf einer eigenen Seite hier durch eine Linksammlung als dessen verschriftlichte Entsprechung Gestalt verleihen wollte. Doch noch immer passt mir kein Ordnungsprinzip und zu oberflächlich kenne ich bislang die schon angebotenen Lösungen im Netz für diese Art Wissen. Social Bookmarking scheint mir  &#8211; so weit ich es bislang beurteilen kann &#8211; für dieses Problem nicht die geeignete Lösung zu sein. Mir schwebt da eher so etwas wie &#8222;Mapping&#8220; vor, wie man es <a href="http://www.music-map.de/">hier etwa für Musik</a> oder <a href="http://www.literaturlandkarte.de/">hier für Literatur </a>ausprobieren kann. Mein nachdenklicher Blick geht in die Runde &#8230;</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/stadionbus.wordpress.com/882/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/stadionbus.wordpress.com/882/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/stadionbus.wordpress.com/882/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/stadionbus.wordpress.com/882/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/stadionbus.wordpress.com/882/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/stadionbus.wordpress.com/882/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/stadionbus.wordpress.com/882/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/stadionbus.wordpress.com/882/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/stadionbus.wordpress.com/882/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/stadionbus.wordpress.com/882/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=882&subd=stadionbus&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Christoph Schlingensief deutet Krebserkrankung und erschafft große Kunst</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 10:31:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lese ich Christine Dössel in der Süddeutschen Zeitung vom Montag, die am Wiener Burgtheater &#8222;Mea Culpa&#8220; gesehen hat, die neue Produktion von Christoph Schlingensief, werde ich sofort erinnert an die Schlingensief-Produktion während der RuhrTriennale im letzten Jahr, &#8222;Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir&#8220;. Sie schreibt: &#8222;Es gibt nicht viele Theaterabende, die so [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=868&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Lese ich <a href="http://www.sueddeutsche.de/159386/542/2810970/Der-Himmel-kann-warten.html">Christine Dössel </a>in der Süddeutschen Zeitung vom Montag, die am Wiener Burgtheater &#8222;Mea Culpa&#8220; gesehen hat, die neue Produktion von Christoph Schlingensief, werde ich sofort erinnert an die Schlingensief-Produktion während der RuhrTriennale im letzten Jahr, &#8222;Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir&#8220;. Sie schreibt: &#8222;Es gibt nicht viele Theaterabende, die so ganzheitlich, so überzeugend authentisch &#8211; und dazu auch noch multimedial ausgefeilt &#8211; an die wirklich letzten Dinge erinnern.&#8220; Das entspricht <a href="http://stadionbus.wordpress.com/2008/10/04/ruhrtriennale-eine-kirche-der-angst-vor-dem-fremden-in-mir/">meinem Empfinden damals in Duisburg</a>. Christoph Schlingensief erschafft auf hohem formalen Niveau großartige Kunst, die gleichzeitig die Herzen berührt und damit alles aufweist, was ein Werk auch für kommende Generationen lebendig hält und überdauern lässt.</p>
<p>Gleichzeitig machen mich die ersten Sätze ihrer Besprechung unruhig und bringen eine warnende Stimme in mir hervor, weil sie mit diesen Worten an Christoph Schlingensiefs Deutung seiner Krebserkrankung erinnert. In seinem demnächst erscheinenden Kranken-Tagebuch, also in einem anderen öffentlichen Zusammenhang als in seiner vieldeutigen Kunst, denkt Christoph Schlingensief nämlich über ganz konkrete Gründe für seine Erkrankung nach. Er deutet seine Beschäftigung mit Richard Wagners &#8222;Parsifal&#8220; während seiner Bayreuther Inszenierung 2004 als Ursache für seine Erkrankung. Wie differenziert er das sieht, weiß ich nicht, weil ich seinen Originaltext nicht kenne. Wie es verstanden werden kann, erkenne ich am letzten Satz des Abschnitts sofort, womit ich nicht sagen will, dass Christine Dössel das so sieht. Für sie sind diese Sätze vor allem eine Einleitung bezogen auf den Titel der Produktion &#8222;Mea Culpa&#8220;. Sie stellt also die rhetorische Frage: &#8222;Ist der Regisseur mithin selber schuld, dass er sich so abgrundtief mit Haut und Kapillaren auf Wagners Werk eingelassen hat, so dass aus dem früher oft leichthin betriebenen Spiel mit dem Tod plötzlich bitterer Ernst geworden ist?&#8220;</p>
<p>Gegen solche verkürzten Kausalzusammenhänge rede und <a href="http://stadionbus.wordpress.com/about/leid-lasst-sich-nicht-weglachen-final-cut/">schreibe ich</a> seit Jahren an. Einmal mehr sage ich also, die Verknüpfung der Erkrankung mit einer einzelnen, konkreten Lebenserfahrung ist nicht mehr als der Versuch dem Sinnlosen Sinn zu verleihen. Mir kommt es so vor, als müsse ich zu solchen Deutungen im öffentlichen Raum jedes Mal eine Art Beipackzettel schreiben. Ungefähr so:</p>
<p>Warnung! Diese Deutung einer Krebserkrankung ist der höchst individuelle Versuch, einer sinnlosen Erfahrung den Sinn zu geben. Aus dieser Deutung ist keinerlei Erkenntnis für den komplexen Entstehenszusammenhang der Krankheit Krebs abzuleiten. Bei unbedachter Verallgemeinerung der individuellen Deutung sowie der Anwendung der moralischen Kategorie Schuld im Entstehenszusammenhang einer Krebserkrankung drohen folgende Nebenwirkungen: Allgemeiner Verlust des Mitleids mit Kranken,  Ungeduld bei andauerndem Leid und wahnhafter Glaube an die eigene Unsterblichkeit.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/stadionbus.wordpress.com/868/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/stadionbus.wordpress.com/868/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/stadionbus.wordpress.com/868/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/stadionbus.wordpress.com/868/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/stadionbus.wordpress.com/868/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/stadionbus.wordpress.com/868/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/stadionbus.wordpress.com/868/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/stadionbus.wordpress.com/868/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/stadionbus.wordpress.com/868/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/stadionbus.wordpress.com/868/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=868&subd=stadionbus&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Autorendebut und die Aufmerksamkeit von jungen Leuten</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 08:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal führen Messegespräche wie dieses Mal in Leipzig schnell zu einem Grundproblem der Verlagsarbeit. Zum Beispiel dann, wenn das Stichwort Blog fällt und die vornehmliche Zielgruppe für das erste Buch des jungen Autors in großen Teilen meinungsbildend in der Blogosphäre vermutet wird. Wie zieht man  die Aufmerksamkeit von Lesern, vor allem von jenen zwischen 20 [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=821&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Manchmal führen Messegespräche wie dieses Mal in Leipzig schnell zu einem Grundproblem der Verlagsarbeit. Zum Beispiel dann, wenn das Stichwort Blog fällt und die vornehmliche Zielgruppe für das erste Buch des jungen Autors in großen Teilen meinungsbildend in der Blogosphäre vermutet wird. Wie zieht man  die Aufmerksamkeit von Lesern, vor allem von jenen zwischen 20 und 30, auf  einen Autor wie Thomas Klupp mit seinem Debutroman &#8222;Paradiso&#8220;, der noch nicht aus anderen Medienzusammenhängen bekannt ist? Denn das ist länger schon deutlich geworden, multimediale Präsenz, am besten noch als Teil der populäreren Kultur, steht jedem jungen zeitgenössischen Autoren inzwischen gut zu Gesicht. Zeit für Aufmerksamkeit gibt es eben nicht endlos.</p>
<p>Selbst die schon vorhandenen lobenden Feuilletonartikel wie <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/576/461203/text/">etwa in der SZ</a> oder <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/31460.html">in FAZ und taz </a>heben da zwar die Laune im Verlag, bieten aber keine Lösung für das grundsätzliche Problem, Meinungsmachen bei jungen Leuten. Man weiß es einfach nicht, ob diese Leser, die nicht das etablierte Printmedium nutzen, stattdessen wenigstens das Internetangebot aus dem Zeitungshaus anklicken. So hörte ich zu, fand, was ich über das Buch vernahm, interessant und bin heute dazu bereit, meinen Teil im bevorzugten Medium der Zielgruppe beizutragen, die Aufmerksamkeit auf Thomas Klupp zu lenken. Und nicht dass jemand glaubt, hier versuche sich ein Verlag im Guerillamarketing. Urteile fälle ich auf dieser Seite honorarlos und unabhängig.</p>
<p>Also: &#8222;Paradiso&#8220; und Auftritt des Ich-Erzählers Alex Böhm. Der Mittzwanziger, Student an der Filmhochschule Potsdam, steht auf einem Rastplatz in der Nähe der Stadt, möchte Richtung München zur Freundin von jemandem mitgenommen werden und gleichzeitig auf keinen Fall so aussehen, als wolle er trampen. Von Anfang an lässt der 1977 geborene Thomas Klupp das erzählerische Potential seiner Figur erkennen. Alex Böhm möchte cool sein, weiß um die Oberflächenwirkung beim öffentlichen Auftreten und durchlebt, wie die meisten Menschen seines Alters, öfter Situationen, die seine Coolness bedrohen.</p>
<p>Dagegen weiß er Rezepte: Ironie, Sarkasmus und Lügen, notfalls Flucht und egal, was er auch macht, auf keinen Fall grübeln und ein schlechtes Gewissen behalten. Dann schon besser,  sich ironisch von diesen unangenehmeren Gefühlen distanzieren. Böhm sucht einen einfachen Weg durchs Leben.  Geradlinig muss der nicht sein und schon gar nicht idealistisch motiviert, geschweige denn moralisch integer.</p>
<p>Die Freundin in München wartet, weil der Flug in den gemeinsamen Urlaub ansteht. Doch die Fahrt nimmt einen Umweg in die Provinz der nördlichen Oberpfalz, in das Heimatdorf Böhms und die Begegnung mit der Vergangenheit macht deutlich, so sicher ist das nicht mit dieser Freundin. Böhm weiß zwar, wie gelungenes Miteinander aussehen soll, doch zeigt sich auch, die Vorstellung davon passt in jeder Hinsicht bequemer in sein Leben als die Anstrengungen wirklicher Begegnungen. Nicht nur mit Frauen geht Böhm das so.</p>
<p>Thomas Klupp kombiniert kongenial die Motive von Coming-of-age-Geschichten mit denen des Road-Movies. Wendungsreich und unterhaltsam erzählt wird daraus mehr als eine spaßige Nabelschau, weil Alex Böhms Blick auf sich und seine Mitmenschen immer auch subtil von sozialem Geschehen eingefärbt ist. Sein Leben ist in dieser Gegenwart verortet, und die großen Probleme sind in Böhms Augen als unlösbar präsent. So zieht das Politische in die Konstruktion der Geschichte ein. Denn Böhms Haltung benötigt materielle Sorglosigkeit, die ihm sein Elternhaus bietet. Es ist die Reihenhauswirklichkeit in der Oberpfalz, der Böhm durch seine zynische Lebenshaltung entfliehen will &#8211; ohne gewichtiges Ziel, aber mit einigem Wissen über das Funktionieren dieser Welt und seiner selbst.</p>
<p>Je länger die Reise voranschreitet, desto witziger und komischer wird das, was Thomas Klupp seinem Ich-Erzähler in den Mund legt. Immer öfter nutzt er die Fallhöhe zwischen dem sozial akzeptierten oder, wenn es um Beziehungen zu Frauen geht, von diesen Frauen erwünschten Verhalten Böhmes und dessen wirklichen Gefühlen und Motiven. Grundlage der Beziehungskomik sind zwar die klassischen Comedy-Unterschiede zwischen Männern und Frauen, doch Thomas Klupp variiert das mit sehr originellen Ideen und gerät mit dem so differenziert gestalteten Ich-Erzähler nie in Klischee-Gefahr. Man stelle sich nur einmal das romantische Potential der Scherben zerschlagener Bierflaschen im Mondlicht vor. Eine Frau erkennt das zu Alex Böhms Entsetzen.</p>
<p>Der Verlag versucht einiges, das junge Zielpublikum zu erreichen. Mit einem <a href="http://paradisogewinnt.berlinverlage.de/">Preisausschreiben </a>bewegt man sich in alten Bahnen, die als <a href="http://www.paradiso.berlinverlage.de/">&#8222;Making of&#8220; </a>konzipierte Seite im Netz wirkt da schon ungewöhnlicher und interessanter. Für den weiteren Erfolg von Thomas Klupp kann man dem Verlag bei diesen Versuchen nur viel Resonanz wünschen.</p>
<p>Thomas Klupp: Paradiso. Berlin Verlag, Berlin 2009. 200 Seiten. 18,00 €</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/stadionbus.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/stadionbus.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/stadionbus.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/stadionbus.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/stadionbus.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/stadionbus.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/stadionbus.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/stadionbus.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/stadionbus.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/stadionbus.wordpress.com/821/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=821&subd=stadionbus&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Kuriose Begründung für einen Fahrrad-Preis</title>
		<link>http://stadionbus.wordpress.com/2009/03/16/kuriose-begrundung-fur-einen-fahrrad-preis/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 15:23:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurios und komisch]]></category>
		<category><![CDATA[best for bike]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtverkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit dem Jahr 2000 verleiht die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS) jährlich einen &#8222;best for bike&#8220; genannten Preis für die &#8222;fahrradfreundlichste Entscheidung&#8220; des Jahres. Damit sollen &#8222;Projekte, Ideen, Konzepte und Aktivitäten ausgezeichnet werden, die das Radfahren &#8211; als wichtige Verkehrsart &#8211; für jeden einzelnen noch attraktiver machen&#8220;. 
Kurios hören sich allerdings, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=824&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Seit dem Jahr 2000 verleiht die <a href="http://www.fahrradfreundlich.nrw.de/cipp/agfs/custom/pub/content,lang,1/oid,1774/ticket,guest">Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS)</a> jährlich einen &#8222;<a href="http://www.best-for-bike.de/2008/inhalt/02_00_bestforbike.html">best for bike</a>&#8220; genannten Preis für die <span class="text">&#8222;fahrradfreundlichste Entscheidung&#8220; des Jahres. Damit sollen &#8222;Projekte, Ideen, Konzepte und Aktivitäten ausgezeichnet werden, die das Radfahren &#8211; als wichtige Verkehrsart &#8211; für jeden einzelnen noch attraktiver machen&#8220;. </span></p>
<p><span class="text">Kurios hören sich allerdings, vielleicht nur durch eine Verkürzung der Tageszeitungsmeldung, die Sätze an, mit der die diesjährige Nominierung Kölns für diesen Preis begründet wird: </span></p>
<blockquote><p><span class="text">Ausschlaggebend für die Nominierung Kölns war die jährliche Selbstverpflichtung der Stadt, jährlich mindestens 1000 Abstellplätze für Fahrräder neu zu schaffen und dadurch ein deutliches Zeichen zur Förderung des Radverkehrs zu setzen.</span></p></blockquote>
<p><span class="text">Da stellt sich bei mir eher der Gedanke ein, Fahrräder, die nicht fahren, können Autos schon mal nicht mehr stören. Das Bild der abgestellten und damit nicht benutzten Fahrräder ist einfach sehr stark. Doch ich will gar nicht über die Maßnahme meckern, es hört sich einfach nur komisch an so ein Preis für den ruhenden Verkehr &#8211; so heißt es ja wohl in der Sprache der Verkehrsplaner.<br />
</span></p>
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		<title>Der Blick hinter eine Kulisse des Journalismus &#8211; Teil 3 WAZ-Spezial</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 09:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Koss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Handwerk Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelten]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrgebiet]]></category>
		<category><![CDATA[WAZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich jetzt immer wieder über die Pläne des WAZ-Konzerns für dessen Zeitungsredaktionen im Ruhrgebiet lese, stellt sich fast augenblicklich die Erinnerung an meine erste Lektion &#8222;Unternehmerisches Kalkül im Journalismus&#8220; ein, die ich Anfang der 90er Jahre während eines Praktikums in einer der Lokalredaktionen der WAZ erhalten habe. Lange vor dem öffentlichen Debattieren über eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=stadionbus.wordpress.com&blog=3841789&post=345&subd=stadionbus&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wenn ich jetzt immer wieder über die Pläne des WAZ-Konzerns für dessen Zeitungsredaktionen im Ruhrgebiet lese, stellt sich fast augenblicklich die Erinnerung an meine erste Lektion &#8222;Unternehmerisches Kalkül im Journalismus&#8220; ein, die ich Anfang der 90er Jahre während eines Praktikums in einer der Lokalredaktionen der WAZ erhalten habe. Lange vor dem öffentlichen Debattieren über eine &#8222;Generation Praktikum&#8220; staunte ich damals über die Selbstverständlichkeit, mit der in dieser Lokalredaktion die Arbeit eines Redakteurs von einem freien Mitarbeiter übernommen wurde. Von einem freien Mitarbeiter wohlgemerkt, der sich mit dieser journalistischen Arbeit, nämlich der Produktion einer zweimal wöchentlich erscheinenden Seite des Lokalteils, erst die Chance auf die Ausbildung, das Volontariat, sichern wollte. Er wurde also durch die Übernahme dieser Arbeit über mehr als zwölf Monate hin genau der Journalist, zu dem er während des Konzernvolontariats erst ausgebildet werden sollte. Das nenne ich noch immer effiziente Lohnkostenminimierung. Ich habe den Weg dieses Journalisten nicht weiter verfolgt, aber inzwischen ist vielleicht auch er in Sorge um die Zukunft seines Lokalteils der WAZ. Die Kollegen vor Ort dokumentieren die Auseinandersetzung um die Zukunft der WAZ im Ruhrgebiet zum Teil sehr ausführlich. Wer sich für diesen Blick hinter die Kulissen des Tageszeitungsjournalismus interessiert, lese vor allem die ausführlichen Artikel im <a href="http://www.pottblog.de/2009/03/04/waz-betriebsversammlung-was-fuer-eine-scheisse/">Pottblog </a>und immer wieder auch bei den <a href="http://www.ruhrbarone.de/waz-stellt-aktuelles-restrukturierungskonzept-online/">Ruhrbaronen</a>.</p>
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