Wenn ich jetzt immer wieder über die Pläne des WAZ-Konzerns für dessen Zeitungsredaktionen im Ruhrgebiet lese, stellt sich fast augenblicklich die Erinnerung an meine erste Lektion „Unternehmerisches Kalkül im Journalismus“ ein, die ich Anfang der 90er Jahre während eines Praktikums in einer der Lokalredaktionen der WAZ erhalten habe. Lange vor dem öffentlichen Debattieren über eine „Generation Praktikum“ staunte ich damals über die Selbstverständlichkeit, mit der in dieser Lokalredaktion die Arbeit eines Redakteurs von einem freien Mitarbeiter übernommen wurde. Von einem freien Mitarbeiter wohlgemerkt, der sich mit dieser journalistischen Arbeit, nämlich der Produktion einer zweimal wöchentlich erscheinenden Seite des Lokalteils, erst die Chance auf die Ausbildung, das Volontariat, sichern wollte. Er wurde also durch die Übernahme dieser Arbeit über mehr als zwölf Monate hin genau der Journalist, zu dem er während des Konzernvolontariats erst ausgebildet werden sollte. Das nenne ich noch immer effiziente Lohnkostenminimierung. Ich habe den Weg dieses Journalisten nicht weiter verfolgt, aber inzwischen ist vielleicht auch er in Sorge um die Zukunft seines Lokalteils der WAZ. Die Kollegen vor Ort dokumentieren die Auseinandersetzung um die Zukunft der WAZ im Ruhrgebiet zum Teil sehr ausführlich. Wer sich für diesen Blick hinter die Kulissen des Tageszeitungsjournalismus interessiert, lese vor allem die ausführlichen Artikel im Pottblog und immer wieder auch bei den Ruhrbaronen.
Der Blick hinter eine Kulisse des Journalismus – Teil 2
15. Dezember 2008Diese Mal geht es um den WDR, fließende Übergänge zwischen PR und unabhängigem Journalismus und den Verdrängungswettbewerb zwischen den Inhalte-Anbietern. Am Beispiel der „Servicezeit: mobil“ gewähren die Ruhrbarone den Blick hinter eine Kulisse.
Der Blick hinter eine Kulisse des Journalismus
8. Dezember 2008Eigentlich hatte ich einen Blick hinter die Kulissen des freien Journalismus gewähren wollen, nachdem ich letzte Woche in der Süddeutschen Zeitung gelesen hatte, das Handelsblatt stelle die Wochenendbeilage „Weekend-Journal“ ein. „Betroffen sei ein fester Mitarbeiter sowie eine ganze Anzahl freier Journalisten“. Die Nachricht weckte nämlich Erinnerungen, war ich doch von Anfang 1992 bis 2005 auch einer jener freien Journalisten, die für diese Wochenendbeilage schrieben. Nun verschiebe ich das auf später und verweise für den Blick hinter eine zwar etwas andere Kulisse des Journalismus auf Stefan Niggemeiers Blog, wo ich die vielen Kommentare zum journalistischen Berufsalltag inzwischen beachtenswerter finde als seinen Hinweis auf den gelöschten Artikel beim Medienbranchenfachblatt „Horizont“.
Verfasst von Ralf Koss
Verfasst von Ralf Koss
Verfasst von Ralf Koss