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28. Oktober 2008 / Ralf Koss

Gütezeichen Finnland

Von Köln aus führt mich mein Weg in die MSV-Arena regelmäßig über den Duisburger Hauptbahnhof. Als ich nun neulich dort einmal mehr umsteigen wollte, kam ich an einer Kaffebar vorbei und sah ein mir völlig neues Baguette-Angebot – so dachte ich.

Dann erfuhr ich, „neu“ schon, aber nicht Baguette. Denn das mir ins Auge gesprungene „Finlandaise“ bezog sich nicht, wie ich angenommen hatte, auf die Art des Baguette-Belags, sondern auf das Brot selbst. So ich das jetzt notiere, fällt mir auf, dass ich mich bei dem etwas ungeduldig wirkenden Kaffeebar-Angestellten nicht genau genug erkundigt habe. „Das ist das Brot“, sagte er und ich frage mich nun, ob es Baguette Finlandaise heißt, also, eine spezielle Sorte des Stangenbrots ist? Oder ob das Brot einfach nur Finlandaise genannt wird? Also, ein ursprünglich in Finnland hergestelltes besonderes Stangenbrot? Natürlich nur von Bäckern gebacken mit besonders qualizifizierter Schulbildung.

Denn das scheint nun also in der Alltagskultur angekommen zu sein. Finnland steht für Qualität. Die Wertungen der Bildungsdiskussion sind also oft genug wiederholt worden. Schulen in Finnland? Sehr gut! PISA hat es bewiesen. Ob das nun Folgen für unser Schulsystem hat, kann man nicht so genau sagen. Ist aber auch schwieriger, ein System zu verändern als einem Brot einen Namen zu geben. Fünftklässler im Angebot? Wir wollen nur das Beste, und an den Grundschulen klappt es auch schon einigermaßen. Aber an den weiterführenden Schulen, da müssen wir was ändern. Was war noch mal das Beste? … Da bin ich aber ganz anderer Meinung. Und wie einfach ist es da mit so einem Brot. Finnland kommt seit ein paar Jahren immer wieder irgendwie gut, Finlandaise kommt besser, besonders, wenn es zusammen mit Baguette angeboten wird. Hat natürlich niemand so gedacht. Könnte aber der atmosphärische Hintergrund für dieses Speisenangebot sein. Vielleicht bin ich auch noch nicht aufmerksam genug. Vielleicht bin ich schon umgeben von den Einflüssen der finnischen Kultur und Sprachschützer schreien demnächst nicht mehr beim Denglish auf sondern beim Dinnisch. Oder werden dann etwa die finnischen Wörter als Bereicherung unserer Sprache begrüßt? Schließlich trainiert es die Gedächtnisleistung, wenn die nicht so leicht zu merkenden Wörter dieser Sprache erinnert werden wollen.

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