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19. Dezember 2008 / Ralf Koss

Rainald Grebe – Nachtrag

Manchmal entwickeln sich selbst kurze Texte wie der zum Konzert von Rainald Grebe und der Kapelle der Versöhnung in eine Richtung, die bei mir im Nachhinein eine leise Unzufriedenheit hinterlässt. Das Grebe-Programm ist thematisch vielfältiger als es dort den Anschein hat. In den Texten und Liedern geht es immer wieder auch direkt um politische Fragen oder um soziale und kulturelle Entwicklungen, zu denen wir uns verhalten müsssen. Grebes Unnachgiebigkeit gegenüber bequemen Gefühlslagen hat aber natürlich deshalb meine besondere Aufmerksamkeit, weil er bei mir da in Eingänge rennt, die nicht mal mehr Türen haben. Weil ich gerade in jenen Milieus, die sich von links der Mitte unserer Gesellschaft angenähert haben, immer wieder einer grundsätzlichen Selbstzufriedenheit begegne. Man hat sich früher für die richtige Seite entschieden und steht dort kraft dieser einstigen Entscheidung heute immer noch. Oft ist aber das, was als politische Haltung angesehen wird, nichts anderes als eine ästhetisch motivierte Distanzierung gegenüber jenen, die es ihrer Meinung nach einfach nicht drauf haben. Und deshalb begeistern mich besonders Grebe-Sätze wie „Wir wollten nie wie unsere Eltern werden und sind es ja auch nicht geworden./Unsere Eltern sind ja älter und ziemlich provinziell./Roher Fisch auf kaltem Reis mit Algen tuen die doch in den Müll.“

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