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19. März 2014 / Ralf Koss

Der Krimiautor Robert Wilson auf der lit.COLOGNE

Robert Wilson (l.) und Kristian Lutze

Robert Wilson (l.) und Kristian Lutze

Der Engländer Robert Wilson erwies sich während der letzten zehn Jahre mit seinen vier Kriminalromanen um den in Sevilla lebenden Kommissar Javier Falcon als einer der bedeutenden zeitgenössischen Autoren von Kriminalromanen. Auf der diesjährigen lit.COLOGNE stellte er am Montag zusammen mit seinem Übersetzer Kristian Lutze im Comedia Theater „Stirb für mich“ vor, den ersten Roman einer auf mehrere Bände angelegten Reihe um den „free lance kidnapping consultant“ Charles Boxer. Das im Herbst letzten Jahres erschienene Buch habe ich noch nicht gelesen. So kann ich nicht mehr sagen, als dass mich Lesung sowie das Gespräch zwischen Autor und Übersetzer auf das Buch neugierig gemacht haben.

Robert Wilson und Kristian Lutze unterhielten sich über eine komplexe Geschichte, die mit der Entführung einer indischstämmigen jungen Frau in London ihren Anfang nimmt. Gerd Köster las aus der Übersetzung, und schon mit wenigen Sätzen gelingt es Robert Wilson auf den ersten Seiten seines Romans, die von der Entführung erst noch bedrohte Industriellentochter Alyshia zu einer so lebendigen Figur zu machen, dass wir im Publikum zu fürchten beginnen, was da auf sie zukommt. Welche Forderungen die Entführer haben, wird lange nicht deutlich. Der Vater der Entführten ist zwar ein reicher Industriemagnat, doch er entkam der Armut mit Drogenschmuggel, wurde dann Bollywood-Schauspieler, um schließlich als Unternehmer mit der Produktion von Batterien noch reicher zu werden. Organisierte Kriminalität ist als Hintergrund der Entführung ebenso denkbar wie politisch motivierter Terrorismus.

Es sieht so aus, als interessiere sich Robert Wilson wie in den letzten beiden Falcon-Romanen weiterhin auch sehr für die soziale und politische Dimension von Kriminalität. Deutlich wurde aber auch, die Psychologie seiner Figuren vergisst er dabei nicht. Sie bestimmt nur nicht mehr als ein zentrales Thema den Roman. Alf Mayer hat Stirb für mich für Culturmag sehr ausführlich besprochen.

Wer etwas über die sehr guten Falcon-Romane erfahren möchte, klicke weiter zu meiner Besprechung von „Die Toten von Santa Clara“, dem 2005 erschienenen zweiten Roman oder zu meiner Besprechung von „Die Maske des Bösen“, dem 2007 erschienenen dritten Roman der vierbändigen Reihe. Beide Romane sind inzwischen natürlich auch im Taschenbuch erhältlich.

Robert  Wilson - Stirb für mich

Robert Wilson
Stirb für mich
(OT: Capital Punishment, London 2013)
Deutsch von Kristian Lutze
Page & Turner, München 2013
540 Seiten
14,99 Euro

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