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12. Oktober 2021 / Ralf Koss

Zu Gast im KS 36: Christoph Dieckmann – Ein Abend zu ostdeutschen Befindlichkeiten und deutscher Identität

Christoph Dieckmann, Foto: Privat

Am Mittwoch, den 20. Oktober, findet um 19.30 Uhr im Duisburger KS36 die Auftaktveranstaltung der Lesereihe „Viele Stimmen! Ein Chor?“ statt. Ich freue mich, den Berliner Autor Christoph Dieckmann als Gast begrüßen zu dürfen. Er liest aus seinem letzten Buch „Woher sind wir geboren“, und wir sprechen über ostdeutsche Erfahrungen und die deutsche Identität.

Der in der DDR aufgewachsene Christoph Dieckmann hat als Journalist für die ZEIT lange Jahre über den Osten Deutschlands geschrieben. Die empfundene Benachteiligung, die Beschreibungen von außen, Identitätsfragen waren dabei oft ein Thema. Noch immer beschäftigt er sich mit den Besonderheiten ostdeutscher Biografien und den Wurzeln deutscher Identität.

So erzählt er vom langen Untergang seiner DDR und von der Münchner Räterepublik. Er reiste zum »Schrein der Christenheit« nach Aachen, zur »Judensau« in Luthers Wittenberg, zur Walhalla und in Deutschlands einstige Kolonialmetropole Hamburg. Er beschreibt, was die Deutschen unterscheidet, doch nicht trennen muss: Vergangenheit und Erinnerung. Christoph Dieckmann wurde 1992 mit dem Internationalen Publizistik-Preis von Klagenfurt ausgezeichnet, 1993 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis, 1994 den Egon-Erwin-Kisch-Preis, 1996 den Friedrich-Märker-Preis für Essayistik.

Die Veranstaltung verstehe ich als Beitrag zu den gegenwärtigen Debatten rund um Identitäten. Auch wenn die Beschäftigung mit der ostdeutschen Identität gerade etwas in den Hintergrund gerückt ist, stehen wir auch hier weiter vor der Frage, wie die unterschiedlichen Stimmen in Deutschland zu einer gemeinsamen Sprache finden. Die Veranstaltungsreihe „Viele Stimmen! Ein Chor?“ konnte auf den Weg gebracht werden, weil mit dem KS36, der Neudorfer Buchhandlung Tausendundein Buch und mir gleich drei Akteure der Duisburger Kultur zusammenarbeiten.

Karten zu 15 Euro, ermäßigt 12 Euro, gibt es in der Buchhandlung Tausendundein Buch an der Oststraße, per Nachricht über das Kontaktformular an mich oder über den Eventbrite-Link mit Aufschlag von € 2,50 Vorverkaufsgebühr.

„Viele Stimmen“ Ein Chor?“ wird gefördert durch das Programm Neustart Kultur und unterstützt vom InterCity Hotel Duisburg.

17. September 2021 / Ralf Koss

Viele Stimmen! Ein Chor? – Eine Lesereihe mit Mithu Sanyal und anderen

Seit dem Frühsommer bastel ich an dem Programm für die Lesereihe „Viele Stimmen! Ein Chor?“ Nun hat Anna Mayr für die letzte offene Veranstaltung zugesagt, und ich freue mich auf vier Abende, die ich moderieren werde und als Beitrag zu den zum Teil heftigen gegenwärtigen Debatten rund um Identitäten verstehe. Denn Teilhabe statt Diskriminierung fordern immer mehr Menschen unterschiedlicher Identitäten, und es ist eine offene Frage, wie die vielen unterschiedlichen Stimmen zu einer gemeinsamen Sprache finden.

Fünf Autorinnen und Autoren holen in ihren Büchern und Texten ganz unterschiedliche Identitäten in den Vordergrund. Sexismus und Rassismus dieser Gesellschaft gehören zu den Themen, die erzählerisch bearbeitet wurden. Anna Mayr schreibt aber auch über Benachteiligungen durch wirtschaftliche Verhältnisse und soziale Klassen. Doch auch die Zuschreibungen in Ost- und West-Biografien macht Christoph Dieckmann mit Grenzen und Möglichkeiten in seinen Texten erkennbar. Die groß angelegte Veranstaltungsreihe kann auf den Weg gebracht werden, weil das KS36 als neuer Ort für Kultur in Duisburg, die Neudorfer Buchhandlung Tausendundein Buch und ich zusammen arbeiten.

Christoph Dieckmann, Foto: Privat

Den Auftakt zur Reihe nimmt am 20. Oktober um 19.30 Uhr der Berliner Autor Christoph Dieckmann vor. Schon als Journalist für die ZEIT hat er über den Osten Deutschlands geschrieben. Die empfundene Benachteiligung, die Beschreibungen von außen, Identitätsfragen waren dabei oft ein Thema. In seinem letzen Buch „Woher sind wir geboren“ beschäftigt er sich mit den Besonderheiten ostdeutscher Biografien und den Wurzeln deutscher Identität.

Lisa Brück und Abdul Kader Chahin

Ein Heimspiel haben am 27. Oktober um 19.30 Uhr die beiden Duisburger Poetry Slammer Abdul Kader Chahin und Lisa Brück. Auch wenn sie als Solokünstler auf unterschiedlichen Plattformen präsent sind, bespielen sie seit einiger Zeit regelmäßig auch als Duo die Poetry Slam-Bühnen der Region. Sie erzählen in vielen ihrer Texte vom Rassismus und Sexismus in unserem Alltag. Ihre Texte sind politisch, oft persönlich und poetisch.

Mithu Sanyal, Foto: (c) Guido Schiefer

Am 17. November um 19.30 Uhr kommt die Düsseldorferin Mithu Sanyal ins KS36. Mit ihrem Romandebut „Identiti“ steht sie auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2021. Sie gehört seit Jahren zu den anregendsten Stimmen, wenn in Deutschland über Rassismus und Sexismus gesprochen wird. Auch „Identititti“ beschäftigt sie sich humorvoll und originell mit Identitätsfragen. Bar schneller Schuldzuweisungen enthüllt sie rassistische und sexistische Denkfiguren.

Anna Mayr, Foto: (c) Anna Tiessen

Zum Abschluss der Reihe liest die ZEIT-Redakteurin Anna Mayr am 3. 12. um 19 Uhr aus ihrem Buch „Die Elenden“. Wenn sie über Arbeitslosigkeit schreibt, sehen wir immer die Menschen hinter den Zahlen. Soziale Benachteiligung bleibt nicht abstrakt. Sie kennt das Leben mit Hartz IV und das Gefühl, nicht dazuzugehören. In ihrem Buch zeigt sie, wie Arbeitslose zum Sinnbild für drohendes Elend genutzt werden. Und wie eine Welt aussehen könnte, in der wir die Elenden nicht mehr brauchen, um unseren Leben Sinn zu geben.

Karten zu 15 Euro oder 10 Euro je nach Veranstaltung gibt es in der Buchhandlung Tausendundein Buch an der Oststraße oder über den Eventbrite-Link beim KS36 mit Aufschlag von € 2,50 Vorverkaufsgebühr. Mit der Lesereihe stellt „Wortwerk – Die Lesebühne in Duisburg“ zum ersten Mal ein Programm vor. Zukünftig werden hier Schriftsteller*innen und Sachbuchautor*innen, Poetry Slammer und Lyriker*innen sich dem Publikum präsentieren können.

„Viele Stimmen“ Ein Chor?“ wird gefördert durch das Programm Neustart Kultur und unterstützt vom InterCity Hotel Duisburg.

3. August 2021 / Ralf Koss

Literatour 100 – Auch Ruhrort gehört dazu

Meist werden im Ruhrgebiet die Kulturveranstaltungen dieser Stadtregion aus der Perspektive der einzelnen Städte wahrgenommen. Obwohl die Menschen dieser Ruhrstadt zwischen den Städte-Teilen hin und herfahren. Obwohl die zahlreichen Imagezuarbeiter dieser dezentralen Stadt seit Jahren den gemeinsamen Auftritt zumindest in Sachen Hochkultur befördern.

Wer schon länger den Zebrastreifenblog verfolgt, kennt meine Vorliebe für Duisburg, Oberhausen oder Bochum als Stadtteile einer Ruhrstadt. Auch deshalb gefällt mir das Bemühen des Literaturbüros Ruhr sehr, mit dem Literaturgebiet.ruhr die Einheit dieser Ruhrstadt in den Vordergrund zu stellen.

Damit die Öffentlichkeit davon mehr Notiz nimmt, braucht es im fortwährenden Ringen um Aufmerksamkeit besondere Ereignisse. Am Samstag, den 7. August, findet mit der Literatour 100 solch ein besonderes Ereignis statt. In der gesamten Ruhrstadt wird es von morgens bis abends Lesungen geben. Vielfältig sind die Orte, zahlreich die Autorinnen und Autoren. Bestsellerautoren wie Volker Kutscher und Melanie Raabe sind dabei, regionale Berühmtheiten wie Sigi Domke oder Anja Hirsch.

Auch in Ruhrort werden zwei Lesungen stattfinden, je nach Wetter vor oder im Plus am Neumarkt. Ich freue mich sehr auf die Moderation beider Veranstaltungen, denn beide Lesungen versprechen unterhaltsam zu werden.

Ein spielfreier Samstag vom MSV macht die klassische Bundesligaanstoßzeit um 15.30 Uhr für Tonio Schachingers Lesung möglich. „Einer wie wir“ heißt sein großartiger Roman über einen österreichischen Fußballstar bosnischer Herkunft. Den Roman habe ich in diesen Räumen schon besprochen, nachdem ich zunächst auf Tonio Schachingers Ausführungen zu Stefan Maierhofer hingewiesen hatte. Am Nachmittag gibt also Tonio Schachinger tiefe Einblicke in die Gedankenwelt eines international erfolgreichen Fußballprofis, der als Migrant in der österreichischen Nationalmannschaft spielt. Ich werde es mir natürlich nicht nehmen lassen, über die besondere Beziehung des MSV zum österreichischen Fußball mit ihm zu sprechen.

Foto: Detailsinn

Samstag, den 7. August, 15.30 Uhr

Plus am Neumarkt, Neumarkt 19
47119 Duisburg-Ruhrort

Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro

Karten: info@kreativquartier-ruhrort.de

Die zweite Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr als Ruhrstadtheimspiel für Sigi Domke und den Karikaturisten Michael Hüter. Sigi Domke ist Autor vieler Pott-Komödien, die im Essener Theater Freudenhaus oder im Mondpalast in Wanne-Eickel seit Jahren aufgeführt werden. Außerdem gehörte er zu den Gründungsmitgliedern von Herbert Knebels Affentheater und schreibt Texte für Uwe Lykos Auftritte als Herbert Knebel.

In Ruhrort liest er Prosa und skurrile Lyrik. Michael Hüter zeichnet zugleich Karikaturen, von denen man sich mit etwas Glück nach dem Programm eine auswählen darf.

Sigi Domke und Michael Hüter
Foto: Verlag Henselowsky Boschmann

Samstag, den 7. August, 19.30 Uhr

Plus am Neumarkt, Neumarkt 19
47119 Duisburg-Ruhrort

Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro

Karten: info@kreativquartier-ruhrort.de


23. Juli 2021 / Ralf Koss

Weggelesen – Erwin Kostedde von Alexander Heflik

Die Zeit war reif für den Dokumentarfilm Schwarze Adler und die begleitende PR-Arbeit sehr gut. Denn von April an berichtete nahezu jedes Medium in diesem Land über die Geschichte von afrodeutschen Fußballern und Fußballerinnen, von person of colour, wie ein Teil jener Deutschen sich selbst nennt. Auf Amazons Streamingdienst Prime Video hatte Schwarze Adler von Torsten Körner im April seine Premiere. Im Juni war er dann als Einzelausstrahlung auch beim ZDF zu sehen.

In vielen dieser Berichte, Portraits und Interviews kam Erwin Kostedde zu Wort. Als erster afrodeutscher Nationalspieler ist er einer der Protagonisten des Films. In der Saison 1967/68 spielte er beim MSV Duisburg. Er war aus der Regionalliga von Preußen Münster gekommen und hatte dort als Mittelstürmer überzeugt. In Münster war der 1946 geborene Sohn einer Deutschen und eines afroamerikanischen US-Soldaten auch aufgewachsen. In seinem ersten Jahr in der Bundesliga konnte er beim MSV seine Leistungen in Münster nicht bestätigen. In 19 Spielen erzielte er fünf Tore. Nach seiner Karriere erzählte Erwin Kostedde mehrmals, ihm sei sein Erfolg zu Kopf gestiegen. Er habe die Nächte zum Tag gemacht. Seine Einstellung habe nicht mehr gestimmt. Deshalb sei es zum Konflikt mit dem Trainer Gyula Lorant gekommen.

Ein älterer Anhänger des MSV erzählte mir neulich noch von einem Auswärtsspiel jener Saison, bei dem Erwin Kostedde zur vereinbarten Abfahrtszeit nicht erschienen war. Aus einer Kneipe gegenüber dem Schlachthof in Meiderich sei er dann herausgeholt worden. Ob er noch mitfahren durfte, wusste er nicht.

Diese Anekdote passt in das Bild, das der Münsteraner Journalist Alexander Heflik in seiner Biografie von Erwin Kosteddes Zeit in Duisburg zeichnet. Das kommt nicht von ungefähr. „Erwin Kostedde – Deutschlands erster schwarzer Nationalspieler“ fußt zum großen Teil auf Gesprächen mit dem Fußballer selbst. Außerdem sprach Heflik mit einigen Wegbegleitern sowie jüngeren Beobachtern der Fußballszene.

Der Duisburger Zeit sind nur wenige Seiten gewidmet. Liest man sie als Teil der gesamten Lebensgeschichte, wird deutlich, dass Erwin Kosteddes selbstkritische Wertung über seine Professionalität in Duisburg zu kurz greift. Die Flucht in nächtliche Trunkenheit lag nahe, wenn man von seinem Aufwachsen im Bewusstsein des eigenen Außenseitertums liest. Sie lag nahe für einen empfindsamen Menschen, dem ein autoritärer Trainer wie Lorant besondere Aufmerksamkeit widmete und nicht deutlich war, ob man für Misserfolge zum Sündenbock gemacht wurde. Im folgenden Jahr bei Standard Lüttich konnte er dann an alte Erfolge anknüpfen. Die Grundlage für seine weitere Karriere in Deutschland war von da an gefestigt.

Auch nach dieser Karriere als Fußballer war Erwin Kostedde Rassismus ausgesetzt. So meinte der Zeuge eines Raubüberfalls ihn als Täter identitifizieren zu können. Dabei war anscheinend das einzige, was der Zeuge wirklich erkannt hatte: der Täter war farbig gewesen. Bei der Gegenüberstellung wurde ihm nur Erwin Kostedde gezeigt. Da war der Zeuge sich dann erst einmal sicher. Ein halbes Jahr U-Haft führte zum psychischen Zusammenbruch von Erwin Kostedde.

Alexander Heflik lässt die Erfahrungen von Erwin Kostedde für sich sprechen. Deutlich wird auf fast jeder Seite: Wie Menschen angesehen werden, das hat Folgen. Die Biografie ist ein lebendiges Portrait in Buchform geworden. Alexander Heflik macht Erwin Kosteddes Persönlichkeit verständlich, die Zeit aber, in der er gelebt hat kaum. Historische Einflüsse und Zeitgeist werden meist nur indirekt erkennbar. Wer sich für besondere Lebenswege und Schicksale interessiert, wird diese Biografie mit Gewinn lesen.

Alexander Heflik

Erwin Kostedde. Deutschlands erster schwarzer Nationalspieler

Verlag Die Werkstatt

208 Seiten, Hardcover

ISBN: 9783730705735

Hardcover: 19,90 €

Ebook: 16,90 €

Auf der Seite vom Verlag Die Werkstatt finden sich weitere Zitate aus Besprechungen. Das Buch kann auch dort versandkostenfrei bestellt werden.

22. Juli 2021 / Ralf Koss

Weggelesen – Sieben Heringe von Jürgen Wiebicke

Manche Bücher werden im Besprechungsreigen der bekannteren Feuilletons nur an wenigen Stationen vorgestellt. Da gerade im Buchmarkt Aufmerksamkeit auch über soziale Netzwerke gelenkt wird, ist das heute nicht mehr unbedingt ein Nachteil. „Sieben Heringe“ von Jürgen Wiebicke könnte so ein Buch sein. Noch gibt es nur vereinzelte Besprechnungen in den klassischen Feuilletons, noch finden sich zugleich Empfehlungen auf kleineren Plattformen im Netz. Da reihe ich mich nun ein, denn ohne Zweifel sind dem Buch viele Leser zu wünschen.

Der mögliche Tod der erkrankten Mutter war dem 1962 geborenen Jürgen Wiebicke zunächst Anlass, mit ihr über ihr Leben zu sprechen. Bei seinem zuvor verstorbenen Vater hatte er das versäumt, so sagt er selbst, obgleich seine Eltern als Kriegskinder Verantwortung mittrugen, indem sie wenig Anhalt dafür gegeben hatten, über die Vergangenheit sprechen zu wollen.

Mit diesem Schweigen war die Generation von Jürgen Wiebicke lange konfrontiert. Dieses Schweigen begann in den Nuller-Jahren aufzubrechen. Sabine Bode war mit ihrem Bestseller „Die vergessene Generation“ die publizistische Vorreiterin einer breiten Oral-History-Bewegung. Die Kriegskinder erhielten mit ihren Erinnerungen von nun an dauerhaft Aufmerksamkeit.

Nun fügt Jürgen Wiebicke den vielen schon veröffentlichten Erinnerungen nicht einfach die Geschichte seiner Eltern hinzu. Das betone ich, weil der flüchtige Blick auf die Buchinformationen und die Selbstauskünfte von Jürgen Wiebicke zu seiner Motivation für dieses Buch in die Irre führen könnten. Mir ist klar, wie schwierig es ist, „Sieben Heringe“ zu bewerben und inhaltlich griffig zu präsentieren. Man kommt dann schnell darauf, die Erfahrungen mit Krieg und Nationalsozialismus ins Zentrum zu rücken, die vor dem Vergessen werden bewahrt bleiben sollen als Mahnung angesichts sich verändernder politischer Verhältnisse.

Es sind aber nicht die Erinnerungen selbst, die „Sieben Heringe“ zu einem berührenden und anregenden Buch machen. Jürgen Wiebickes offenes, vielschichtiges Nachdenken über diese Erinnerungen und sein eigenes Verhältnis zu ihnen sowie den Eltern machen den besonderen Wert dieses Buches aus.

Davon ab beeindruckt, wie er dem Leid der Elterngeneration den erzählerischen Raum gibt. In Deutschland stellt sich noch immer die große Frage, wie lässt sich über das erlittene Leid der Deutschen sprechen, ohne dass es einem Versuch gleicht, sich von der Verantwortung für das an anderen verursachte Leid zu entschulden. Jürgen Wiebicke gelingt der Spagat, dem Leid der eigenen Familienangehörigen das Recht gehört zu werden einzuräumen und zugleich innerhalb der persönlichen Erfahrung die bestimmenden historische Fakten zu benennen. Das Leid wird so weder gemindert, noch entsteht die Möglichkeit, dieses Leid zur Aufrechnung nutzen zu können.

Jürgen Wiebicke schildert mit den Erfahrungen der Eltern auch deren Entwicklung hin zu einer Gegenwart in seinem Erleben als Sohn. Soziale Beziehung als Prozess wird erkennbar und dessen Folgen für das Verhältnis zwischen den Generationen. Damit wirft er auch den Blick auf die eigenen Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklung. Er belässt es aber nicht bei dieser persönlichen Geschichte. Er stellt sein Ich in die soziale und politische Gegenwart, fragt mit dem Blick auf die Philosophie nach dem richtigen und guten Leben.

Jürgen Wiebicke moderiert verschiedene Hörfunksendungen auf WDR 5. Als Gastgeber für Das philosophische Radio gibt er seinem Sprechen immer auch eine sehr lebenspraktische Perspektive. Schon in seinem Buch „Zu Fuß durch ein nervöses Land“ hatte er aus all den Begegnungen während der Wanderung eine besondere Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft gemacht. Auch „Sieben Heringe“ folgt immer wieder diesem Anliegen, mit der persönlichen Erfahrung das Ganze verstehen zu wollen, sei es einen Menschen, sei es die Gesellschaft, sei es den Weg zu einem guten Leben.

Jürgen Wiebicke

Sieben Heringe

Kiepenheuer & Witsch Verlag

256 Seiten

Hardcover: 20,00 €

Ebook: 16,99 €

ISBN: 978-3-462-00012-2

Eine Leseprobe findet sich auf der Verlagsseite.

8. Mai 2021 / Ralf Koss

Zwar ging davon die Welt nicht unter – Ein Lese- und Hörstück zum Gedenken an den 8. Mai 1945

Im letzten Jahr habe ich für eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 8. Mai 1945 ein Lese- und Hörstück geschrieben, dessen Aufführung im Rahmen der Ruhorter Hofkultur wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Nun hoffe ich zwar, es wird sich im Laufe dieses Jahres eine Gelegenheit finden, das Stück einem Publikum zu präsentieren, doch heute, 76 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, sollen zumindest zwei kurze Ausschnitte zeigen, wie notwendig ein Gedenken weiterhin ist.

Ich glaube, dieses Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs braucht erweiterte Ausdrucksformen. Es gibt kaum mehr Zeitzeugen, und der lange Jahre einvernehmlichen Deutung des Kriegsendes wird inzwischen öffentlich immer wieder bestritten. So habe ich dieses Ringen um Deutung in das Zentrum meines Stückes gestellt.

Es wird immer wichtiger sein, daran zu erinnern, dass die Nationalsozialisten nicht durch einen Putsch an die Macht kamen und dass es in den zwei Jahren vor 1933 laute Stimmen in den Parlamenten Deutschlands und den Zeitungen gab, die die Folgen einer nationalsozialistischen Machtausübung beschrieben und vorhersagten. Diese Stimmen zitierten aus jedermann zugänglichen Reden und Schriften der Nationalsozialisten. Es gab also genau benennbare Bedingungen, die einem diktatorischen Regime zur Macht verhalfen.

Nun aber die zwei Aussschnitte, der erste ist den ersten zehn Minuten entnommen, der zweite Ausschnitt beeendet das Stück.

…………….

CHOR DER ERINNERUNG – EINE FRAU – 1.00

Anfang 45 waren meine Brüder in Würtemberg evakuiert und meine Mutter hat die besucht. Ich war da sechs. Das weiß ich noch, wie in der Zeit die Bomben fielen. Wenn Mutti da war, sind wir beim Alarm in den Bunker, von der Luisenstraße aus, das war weit. Aber ich war ja bei Frau Köhlen, der Nachbarin, und die hatten einen Keller. Da dachten die wahrscheinlich, da wären wir sicher. Ich weiß nicht. Jedenfalls waren wir in dem Keller bei jedem Angriff, und dann fielen die Bomben einmal auf das Krankenhaus nebenan, auf den Haniel-Stift. Da hast du gehört, wie die Steine flogen. Ich habe mich schon erschreckt und gedacht, hoffentlich passiert dir nichts. Aber heute in den Erinnerungen ist das nicht mehr so. Ich erinnere mich nicht mehr wirklich, Angst gehabt zu haben. So haben wir eben gelebt als Kinder. Es war wohl sehr schlimm nachher. Das war ja alles nur noch Schutt, das Krankenhaus, als wir aus dem Keller rauskamen. Aber bei uns war alles stehen geblieben.

MUSIK

Zarah Leander: Davon geht die Welt nicht unter 1942 – (ab 0.19 – 2.09)

EIN ICH DER GEGENWART

Davon ging die Welt nicht unter. Nein. Nicht von zerstörerischem Militär. Nicht von zwölf Jahren Nazidiktatur. Die Welt ist ewiger als wir.

Die Welt ging nicht unter, aber Millionen Menschen verloren ihr Leben in dieser nicht untergegangenen Welt. Millionen Menschen litten in ihrem nicht verlorenen Leben und lebten mit den Folgen des Leids weiter. Millionen Menschen versuchten ihre einzigartige Geschichte des Leidens in Einklang zu bringen mit anderen Geschichten des Leidens. Schweigen wurde für viele eine Möglichkeit zu solch einem Einklang. Davon ging die Welt nicht unter.

Die Deutschen hatten dieses Lied gesungen, obwohl sie sich nicht unbedingt einig in dem „davon“ waren. Was war denn dieses davon? Das Bombardement der Alliierten? Der Tod des Mannes für das Vaterland an der Front? Gestorbene Kinder? Die im Keller verschüttete Ehefrau? Die große Liebe eines Lebens tot? Oder war dieses „davon“ doch die Nazidiktatur selbst?

Bruno Balz hatte den Text geschrieben, als er sich in Gestapo-Haft befand. Er war homosexuell. In der Weimarer Republik hatte er sich für die Rechte von Homosexuellen publizistisch eingesetzt. Im Nationalsozialismus wurde er gleich zweimal Opfer der schwulenfeindlichen Gesetzgebung. Er hatte Glück. Er überlebte die körperliche Gewalt der Gestapo. Ihm blieb das Konzentrationslager im letzten Moment erspart, weil der Komponist Michael Jary sich für ihn bei Goebbels einsetzte. Für Bruno Balz war die Welt nicht untergegangen. Er mag seinen Liedtext als heimlichen Triumphgesang nach den gewaltvollen Gestapo-Verhören empfunden haben. Dasselbe Lied sangen aber auch die lokalen Nazifunktionäre, die in den letzten Kriegsmonaten nichts zu verlieren hatten und deshalb immer radikaler in ihrem Fanatismus wurden. Es sangen Männer, die ihre Mitbürger wegen drei oder vier kritischer Worte zur Kriegslage zum Tode verurteilten. Dasselbe Lied sangen die Menschen in deutschen Städten, die nichts anderes mehr besaßen als den obligatorischen Koffer, der für den Alarmfall immer gepackt gewesen war. Die todgeweihten Opfer der Nazis in den Vernichtungslagern sangen dieses Lied nicht mehr.

II

CHOR DER GEGENWART – BJÖRN HÖCKE, AFD-POLITIKER

Der Parteiengeist muss überwunden, die innere Einheit hergestellt werden.

Ein paar Korrekturen und Reförmchen werden nicht ausreichen, aber die deutsche Unbedingtheit wird der Garant dafür sein, dass wir die Sache gründlich und grundsätzlich anpacken werden. Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutschen keine halben Sachen.

Vor allem eine neue politische Führung wird dann schwere moralische Spannungen auszuhalten haben: Sie […] muss aller Voraussicht nach Maßnahmen ergreifen, die ihrem eigentlichen moralischen Empfinden zuwider laufen.

[…] neben dem Schutz unserer nationalen und europäischen Außengrenzen wird ein groß angelegtes Reimigrationsprojekt notwendig sein. Und bei dem wird man, so fürchte ich, nicht um eine Politik der „wohltemperierten Grausamkeit“ […] herumkommen.”

Ich bin mir sicher, daß […] am Ende noch genug Angehörige unseres Volks vorhanden sein werden, mit denen wir ein neues Kapitel unserer Geschichte aufschlagen können. Auch wenn wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen.

EIN ICH DER GEGENWART

Björn Höcke stellte in dem Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ diese Ansichten von der deutschen Zukunft vor. Wir können wissen, wie er handeln wird, sollte er jemals an die Macht kommen. Geschichte wiederholt sich nicht und dennoch bietet sie Beispiele. Im Gewand des Nationalsozialismus werden Politiker diktatorische Macht nicht mehr ergreifen. Selbst die Afd möchte sich nur allzu gerne vom Nationalsozialismus abgrenzen. Was deshalb als Lehre weiter wirkt: Es kann immer wieder Momente der Geschichte geben, in denen einer national orientierten, autoritären, rassistisch handelnden Regierung zur Macht verholfen werden kann.

Deshalb bleibt das Gedenken an den 8. Mai als Tag der Befreiung und der Niederlage gleichermaßen von Bedeutung für die Gegenwart. Weil Politiker wie Björn Höcke weiter um die Macht in der AfD kämpfen und solche Politiker demokratische Verfahren in Deutschland nur so lange für richtig halten, bis sie selbst Macht ausüben können und ihre demokratiefeindlichen Ansichten im politischen Handeln wirksam wird.

Darum geht es weiterhin beim Gedenken an das Kriegsende: Welche Haltung nimmt jeder einzelne gegenüber Politikern ein, die mit Allmachtsbildern und Gewaltfantasien zur Öffentlichkeit sprechen? Die Nazis hielten sich erst später mit Terror an der Macht.

Noch einmal: Geschichte wiederholt sich nicht. Über Kooperationen mit demokratiefeindlichen Politikern denken heute nicht nur Konservative am rechten Rand der CDU oder Liberale in Thüringen nach. Corona zeigte, es gibt auch in einem sich sonst als alternativ verstehendem Milieu keine Berührungsängste mit Rechtsextremen.

Jeder wahrhaftige Blick auf den Nationalsozialismus und die zwei, drei Jahre bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten führt aber zu einer einzigen Einsicht: Autoritäre wie faschistische Regierungen kommen an die Macht, wenn sich die Bürger eines Landes nicht klar von den rechtsextremen Bewegungen distanzieren. Es gibt nur eine Einsicht: Keine politische Kooperation mit Befürwortern von autoritärem Nationalismus, sei es von Politikern in Parlamenten, sei es von liberalen Protestieren auf Demonstrationen. Keine Toleranz gegenüber Intoleranten.

MUSIK

Konstantin Wecker – Sage nein

27. April 2021 / Ralf Koss

Jetzt erschienen: Ruhrgebiet. Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten

Seitdem das Duisburg-Buch in der Klugscheißer-Reihe des Klartext-Verlags im Herbst letzten Jahres erschien, klopfen sich meine verschiedenen Autoren-Ichs für die gemeinsame Entscheidung zu diesem Buch gegenseitig auf die Schultern. Nicht nur dass die Zusammenarbeit mit Tina Halberschmidt viel Spaß gemacht hat. Die Resonanz war auch groß. Wir erhielten viel Beifall für das Buch – in der Presse und von Leserinnen und Lesern hier bei Amazon.

Nun wissen wir, dass nicht nur Klugscheißer das Buch gekauft haben. Was von nun auch im Titel der gesamten Reihe deutlich wird. Weiterhin geht es aber um „populäre Irrtümer“ und „andere Wahrheiten“. Nach dem Ruhrstadt-Stadtteil Duisburg haben Tina Halberschmidt und Martin Wedau in mir uns für das neue Buch mit der gesamten Ruhrstadt beschäftigt.

In gewisser Weise ist unser Buch von einem antizyklischen Gedanken getragen. Denn wir nehmen das Ruhrgebiet als kommunale Einheit ernst, auch wenn diese in der Realität nur unvollkommen institutionell ausgestaltet ist. Schon seit längerem gibt es ja Stimmen, die nach dem Ende von Kohle und Stahl das Auseinanderfallen der Stadtlandschaft vorhersagen. Im Gegensatz dazu steht ein Lebensgefühl der Menschen in der Region. Nun haben wir über die Region so geschrieben, wie wir über eine Stadt geschrieben hätten.

Ein Blick ins Vorwort.

Bei der Auswahl der Geschichten standen wir immer wieder vor der Frage, was hat in dieser Stadtlandschaft unabhängig von Kohle und Stahl eine Bedeutung für alle zwischen Kamp-Lintfort und Unna, zwischen Haltern und Hagen. Wir können nun viel über Identität erzählen. Wir haben viel darüber nachgedacht, was Zusammenhalt in der Gegenwart stiftet. Statt dass ich all das nun hier ausführe, kann man aber auch einfach das Buch lesen.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis

Tina Halberschmidt/Martin Wedau: Ruhrgebiet. Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten.
104 S., Klartext Verlag, Essen 2021.
€ 14,95
ISBN 978-3-8375-2383-6

23. April 2021 / Ralf Koss

Jan Josef Liefers braucht Nachhilfe

Heutzutage muss man konzertiert auftreten, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Nun meinen einige Schauspielerinnen und Schauspieler also etwas zu Corona-Maßnahmen, zu bestimmtem Verhalten der Menschen dieser Gesellschaft oder auch zu den Medien. Die Aktion heißt „alles dichtmachen“. Gesehen habe ich nur den Clip von Jan Josef Liefers, und der hat mir schon gereicht. Der hat mich wütend gemacht, weil der Schauspieler populistisch und pauschal die (!) Medien angreift und damit ins Herz der Demokratie zielt. Ich kann nur hoffen, dass er das nicht will. Den Effekt nimmt er aber in Kauf.

Ich verstehe ihn nicht. Ich verstehe nicht, wie in dieser Gegenwart jemand ernsthaft sich nur einseitig informiert fühlen kann. Ich verstehe nicht, dass Jan Josef Liefers tatsächlich die „Medien“ mit gleichgeschalteter Berichterstattung am Werke sieht. Das mag in den Anfangswochen von Corona des letzten Jahres so gewesen sein. Diese Haltung des Zusammenstehens galt aber für fast alle in diesem Land. Wir schienen etwas großes Unbekanntes bewältigen zu müssen. Da mussten wir uns alle erst einmal orientieren, wie so was geht.

Nicht lange danach sind die ersten Stimmen von Wissenschaftlern und Ärzten gegen den „Mainstream“ publiziert worden und natürlich auch von seriösen Medien, sei es Print, TV oder Radio, eingeordnet worden. Das möchte ich auch. Ich möchte wissen, in welchem Verhältnis und mit welchem wissenschaftlichen Hintergrund eine Stimme zu Corona spricht. Das hat etwa die Süddeutsche Zeitung gemacht. Die habe ich old school im Print-Abonnenment. Das hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk gemacht. Die anderen großen seriösen Medien habe ich punktuell im Netz ebenfalls mit anderen Stimmen wahrgenommen. Dann gibt es das große weite Internet, wo jede Stimme gehört werden kann.

Und jetzt kommt Jan Josef Liefers um die Ecke mit seinem ironischen Statement zur Medienberichterstattung in dieser Coronazeit. Er fühlt sich nicht gut informiert, weil alle dasselbe schreiben und sagen. Er meint natürlich die etablierten Medien. Das ist schon klar. Ich fass es nicht. Als ob die Corona-Maßnahmen die ganze Zeit kritiklos bejubelt werden. Er missachtet doch vollkommen die Wirklichkeit von Berichterstattung und Kommentaren.

Wo lebt der Mann? Welche Verantwortung trägt er da gerade.

Schon faseln irgendwelche Leute vom Mut so etwas zu sagen.

Ich kann das einfach nicht glauben, dass Jan Josef Liefers den Journalismus der Gegenwart derart naiv betrachtet und das nun für eine gewichtige, mutige Meinung gehalten wird. Sein Clip hat auf dem Kanal „alles dichtmachen“ die meisten Aufrufe. Stellt sich Jan Josef Liefers nur dumm für seinen Kunstgriff Ironie oder glaubt er tatsächlich an seine Verschwörungsmeinung?

Ich habe nichts daran auszusetzen, wenn jemand die in Deutschland beschlossenen Corona-Maßnahmen kritisiert, sie für falsch und übertrieben hält. Darüber lässt sich diskutieren. Daneben gibt es den vorhandenen demokratischen Prozess eines Beschlusses. Wenn jemand aber meint, die „Medien“ würden daran arbeiten, irgendeine Stimmung hochzuhalten, damit Politiker reibungslos Beschlüsse durchwinken können, arbeitet ebenso und zwar daran, diese Demokratie zu zerstören. Demokratie braucht eine ständige Kritik aller maßgeblichen Institutionen. Diese Kritik ist aber nur konstruktiv für diese Demokratie, wenn sie auf konkrete Sachverhalte hin geäußert wird. Wer pauschal Institutionen wie die Medien diffamiert, arbeitet allen in die Hände, die diese Demokratie beseitigen wollen.

Ich fühle mich gut informiert. Auch durch etablierte Medien. Und daneben gibt es im Netz die ganze Welt der noch abseitigsten Meinungen und Informationen. Da kommt auf den WDR eine neue Kostenstelle für den Tatort zu. Der Mann braucht einen Medienpädagogen am Set. Keine Frage.

18. Februar 2021 / Ralf Koss

Rainald Grebe und der Knappenchor MGV Harmonie Lünen

Drüben im Historienblog Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen sind ein paar begeistert Worte zu einer 15-min-Dokumentation über eine Lied-Produktion von Rainald Grebe zu lesen. Für seine neue CD hat er mit dem Bergmannschor MGV Harmonie Lünen für das wunderbar interpretierte Lied Die Rose zusammengearbeitet. Begleitet wurde die Choraufnahme in Corona-Zeiten, entstanden ist ganz nebenbei ein berührendes Portrait der Ruhrgebietswirklichkeit. Absolut sehenswert.!

10. Februar 2021 / Ralf Koss

Weggelesen – Marseille.73 von Dominique Manotti

Mit großer Wucht trifft der zuletzt veröffentlichte Roman von Dominique Manotti über die Wirklichkeit von Marseille im Jahr 1973 auf die deutsche Gegenwart. Oft begnügen sich historische Kriminalromane mit Kulissenschieberei zum unterhaltenden Zeitvertreib. Dominique Manotti dagegen schreibt Texte der Aufklärung mit der Nebenwirkung Unterhaltung. Marseille.73 heißt ihr Roman, der auch ein Krimi ist, vor allem aber eine genaue Erzählung über die Arbeit im Polizeiapparat und die widerstreitenden, zum Teil politisch motivierten Kräfte bei der Aufklärung von rassistischen Verbrechen.

 

Dominique Manotti

Aus dem Französischen von Iris Konopik.
Gebunden, 400 Seiten. ‚
Ariadne 1247.
ISBN 978-3-86754-247-0

€ 23,00

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